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Konzepterstellung fĂŒr Arbeiten in Tunnelbereichen

Auf Baustellen im Allgemeinen und insbesondere bei Arbeiten unter Tage, wie zum Beispiel bei VerlĂ€ngerungen oder Neubauten von U-Bahnhöfen und Streckentunneln, ist von besonderen Gefahren im Sinne des § 9 ArbSchG auszugehen, wodurch eine weitere Betrachtung und die Ableitung zusĂ€tzlicher, spezieller Maßnahmen erforderlich werden. Zur systematischen GefĂ€hrdungsanalyse und Maßnahmenerörterung wird ein Verfahren nach dem DACH-Leitfaden fĂŒr unterirdische Baustellen durchgefĂŒhrt. Resultat ist dabei ein ganzheitliches Konzept zur GewĂ€hrleistung von Sicherheit und Gesundheitsschutz steht. Ein wesentlicher Bestandteil ist das Brandschutz- und Rettungskonzept, in dem konkret Notfallmaßnahmen, welche nach § 10 ArbSchG erforderlich werden, fixiert werden. Innerhalb dieses Schriftsatzes gilt es unter Anwendung und BerĂŒcksichtigung verschiedener Gesetze, Verordnungen, DGUV-Regelwerke sowie von durch DACH und DAUB fixierte Richt- und Leitlinienlinien eine sicherheitstechnische Infrastruktur auszulegen, die unterschiedliche EreignisfĂ€lle betrachtet und so die Rettung von Personen, die BekĂ€mpfung von BrĂ€nden und den Schutz unter Tags anwesender Personen sicherstellt.

Generell bezieht sich diese Vorgehensweise auf Neubauten von Bahnhöfen und Streckentunneln selbst. Arbeiten in bestehenden Streckentunneln werden nicht direkt betrachtet.

Es kommt im Bereich von schon fertiggestellter und im Betrieb befindlicher Streckentunnel jedoch regelmĂ€ĂŸig zu mehrwöchigen Arbeiten mit Einsatz von zum Teil schwerem GerĂ€t und unter EinschrĂ€nkung von bestehenden Flucht- und Rettungswegen. Ein entsprechendes Beispiel, mit dem wir derzeit befasst sind, ist die partielle Neuschotterung von Gleisbereichen. Hier gilt es Schotter abzutragen, zu sĂ€ubern und wieder einzubringen. WĂ€hrend dieser umfangreichen Arbeiten, aufgrund derer kein Fahrbetrieb möglich ist, stellt ein Streckenabschnitt von ca. 750 m einen abgetrennten Baustellenbereich dar. Aufgrund erheblicher Staubentwicklung sind WetterwĂ€nde sowie eine Bewetterung (BelĂŒftung) des Tunnelbereiches vorzusehen. GroßgerĂ€te wie Bagger, Kipper und Loren unterstĂŒtzen diese Arbeiten.

Weder die BOStrab, welche die baulichen Anforderung an Streckentunnel fixiert und Anforderung an den Betrieb beinhaltet, noch der DACH-Leitfaden (fĂŒr unterirdische Baustellen) enthalten detaillierte, unmittelbar anzuwendende Forderungen fĂŒr einzuhaltende Schutzziele wĂ€hrend dieser Arbeiten.

  • Aufgrund unserer mehrjĂ€hrigen Erfahrung im Bereich unterirdischer Anlagen, der Begleitung zahlreicher Neu- und ErtĂŒchtigungsarbeiten, Risikoanalysen und Betrachtung von Einzelsachverhalten im Bereich von U-Bahnhöfen sowie den Erfahrungen bei der Aufstellung von Brandschutz- und Rettungskonzepten fĂŒr StreckenverlĂ€ngerungen unter Einsatz von Tunnelvortriebsmaschinen, sind wir in der Lage spezifische Anforderungen fĂŒr die Arbeitsphasen bei Neuschotterungen und vergleichbaren Arbeiten unter BerĂŒcksichtigung der vorhandenen Umgebungsparameter zu formulieren und im Weiteren mit den zustĂ€ndigen Behörden abzustimmen.
  • Rein aufgrund der geografisch/geologischen Lage und der damit verbundenen geringen Anzahl an Baustellen in Bereichen unter Tage stehen Brandschutzdienststellen im nordrhein-westfĂ€lischen Raum speziell bei der oben beschriebenen Thematik vor unbekannten Herausforderungen. Durch unsere Erfahrungen aus der engen Zusammenarbeit mit der BG BAU, den BergbauĂ€mtern des sĂŒddeutschen Raumes und der Branddirektion MĂŒnchen, welche als eine der wenigen in Deutschland eine eigens auf unterirdische Baustellen spezialisierte Bereich besitzt, können wir bei erforderlichen Abstimmungen tatkrĂ€ftig unterstĂŒtzen.
Konzept fĂŒr Arbeiten in Tunnelbereich